Schmerztherapie

Allgemein:

Im fortschreitenden Alter kommt es oft zu chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats. Dies zeigt sich etwa dadurch, dass das Tier Probleme beim Aufstehen und Hinlegen hat. Betroffene Gliedmaßen werden geschont, nicht betroffene überlastet. Diese Schonhaltungen werden in der Gangbildanalyse genau abgeklärt. Weitergehende Untersuchungen wie Abtasten, Triggerpunktuntersuchung, orthopädische und neurologische Untersuchung und eventuell Röntgen können sich anschließen. Bei Arthrosen ist die Schmerzausschaltung die erste therapeutische Maßnahme, bevor sich z.B. physiotherapeutische Therapien anschließen.

Schmerzentstehung, Schmerzleitung:

Schmerz hat zunächst eine biologische Schutzfunktion. Hält der Schmerz aber über längere Zeit an, so wirkt er selbst Stress erzeugend und beeinflusst und schädigt den Organismus. Der Schmerzreiz wird von Nozirezeptoren an der Peripherie aufgenommen, weitergeleitet und schließlich bewusst als Schmerz wahrgenommen.

Akuter und chronischer Schmerz:

Schmerz, der potentielle Schäden von außen signalisiert (z. B. Hitzeschmerz), wird als Akutschmerz bezeichnet. Meist sind diese Schmerzen nur von kurzer Dauer.

Im Gegensatz dazu stehen chronische Schmerzzustände, die die Lebensqualität eines Tieres stark einschränken können.

Häufig vorkommende chronische Schmerzzustände beim Tier sind: rheumatoide Schmerzen, Nervenschmerzen z.B. nach Bandscheibenvorfall und Schmerzen durch eine Krebserkrankung. Der Akutschmerz ist ein sinnvoller Warner, der chronische Schmerz ist nutz- und sinnlos, ihn gilt es zu bekämpfen.

Im Allgemeinen werden Schmerzen als chronisch angesehen, wenn sie länger als drei Monate anhalten. Die Chronifizierung akuter Schmerzen tritt jedoch individuell sehr unterschiedlich schnell oder langsam ein. Der Übergang vom akuten zum chronischen Schmerz ist häufig fließend.

Schmerzerkennung:

Akute Schmerzen sind relativ leicht zu erkennen; sie treten plötzlich auf und die schmerzhafte Körperregion wird z.B. benagt, bekratzt oder beleckt und bei den Gliedmaßen tritt Lahmheit auf. Bei chronischen Schmerzen tritt die Schonhaltung in den Vordergrund. Dabei sollte man sich im Klaren sein, dass, je länger eine Schonhaltung besteht, andere Bereiche zunehmend überlastet werden.

Schmerzsensibilisierung:

Anhaltende Schmerzen können z. B. dazu fuhren, dass die schmerzleitenden Nervenzellen empfindlicher werden und schon auf relativ schwache Signale reagieren. In diesem Fall erreicht das Gehirn die Meldung „Schmerz“ und veranlasst eine Schmerzreaktion, die dem Reiz gar nicht angemessen war. Im Extremfall kann schon eine ganz normale Belastung zum Beispiel der Muskeln eine Schmerzempfindung auslösen und zu einer Muskelverspannung führen.

Schmerzgedächtnis:

Der Körper vergisst die Schmerzen nicht: Selbst wenn der ursprüngliche Auslöser schon geheilt ist, können leichte Reize den früheren Schmerzzustand wieder hervorrufen. Entfällt der Schmerzreiz nach kürzerer Zeit, nehmen die Schmerzen ab und verschwinden. Beim chronischen Schmerz hat sich der dauernde Informationsfluss in das Gehirn fest etabliert.

Ist das Schmerzgedächtnis erst einmal vorhanden, ist die Schmerztherapie viel schwieriger. Die Chronifizierung des Schmerzes kann Muskelverspannungen (Hartspann-, Myogelose) zur Folge haben, die den Schmerzzustand verstärken bzw. eigenständig Erkrankungen oder Dysfunktionen verursachen.

Medikamentelle Schmerztherapie:

Bei Erkrankungen des Bewegungsapparats werden häufig NSAIDS (nichtsteroidale Antiphlogistika) gegeben. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzmindernd, aber sind problematisch bei langer Gabe, die Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben kann.  In meiner Praxis werden Tiere soweit wie möglich durch homöopathische Arzneimittel behandelt. Als Schmerztherapie wende ich oft auch chiropraktische Behandlung, Neuraltherapie, Akupunktur, Lasertherapie an.

Schmerzbehandlung mit homöopathischen Arzneimitteln:

Wir verwenden vorwiegend tiermedizinische Kombinationspräparate. Gerne kombinieren wir Schmerzmittel mit Regenerationsmitteln und Ausleitungsmitteln. Manchmal wenden wir auch Homöosiniatrie (das ist eine Anwendung (Injizierung) homöopathischer Mittel direkt in die Akupunkturpunkte) an.